Renaissance-Kleid II

Frustriert über das Schnittmuster des Mieder-Oberteils, habe ich selbiges erst einmal in die Ecke gepfeffert. Das Oberteil passt hinten und vorne nicht. Das Schulterstück fällt hinunter, weil die Schulter so schräg angeschnitten ist, und hinten ist es viel zu weit, so dass der Träger fast unter der Achsel hängt. Vorne ist es dann wieder viel zu breit über der Brust und unter der Achsel zu eng.

Es ist für mich sehr ärgerlich. Nicht nur, weil ich natürlich aus dem Wollstoff schon die Stücke genäht habe, sondern auch, weil ich für das Schnittmuster fast 30 Euro ausgegeben habe. Und dafür darf ich mir das Oberteil nun doch selbst zusammenbasteln! Das hätte ich auch auch für günstiger haben können. Ich kann das Schnittmuster 501 Saxon Cranach Gown von Reconstructing History daher also nicht empfehlen.
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Auf der Webseite schreibt die Frau, die das Schnittmuster entworfen hat, dass das Kleid wohl nur für Frauen im Teenager-Alter oder mit kleiner Brust geeignet sei. Ja, vielen Dank auch. Als ob es nur Frauen mit Körbchengröße A geben würde? Wieso hat sie das Schnittmuster dann überhaupt in den Größen XS – XXL entworfen und verkauft es entsprechend?

Das Rockteil ist inzwischen mit dem Faltenwurf fertig. Die Samtstreifen werde ich jedoch erst zum Schluss aufnähen, wenn ich die endgültige Länge weiß.

Ich habe mir nun aus alten Bettlaken ein eigenes Schnittmuster für das Mieder entworfen. Dieses habe ich mir entsprechend meinen Maßen angepasst. Wenigstens die Anleitung für die Ärmeleinsätze hat gestimmt. Allerdings habe ich erst einmal lange grübeln müssen, bis ich sie kapiert habe. Ich habe mich zudem gegen reine „paned sleeves“ entschieden, sondern will auf der Schulter einen Wulst haben. Den finde ich eigentlich recht hübsch. Daran anschließend werden bis zum Ellenbogen Streifen folgen, ähnlich dem grünen Kleid von La Pompadour.

Für den Rockteil habe ich insgesamt 8 Doppelbahnen, also 16 Teile verwendet. Der Rock hat unten einen Umfang von etwa 4,30 m. Diese sind in der Taille auf etwa 82 cm gerafft.

Renaissance-Kleid

Für die Auftritte der Schembart-Gesellschaft möchte ich mir ein Kleid im Stil der deutschen Renaissance (Anfang des 16. Jahrhunderts) nähen. Dazu habe ich mir das „Saxon (Cranach) Gown“-Schnittmuster von Reconstructing History besorgt: Link zum Schnittmuster. Allerdings ändere ich das vordere Teil etwas ab, denn die Kleider der anderen Tänzerinnen orientieren sich an der Nürnberger Patriziermode und haben offensichtlich vorne am Mieder andere Einsätze.

Für Rock und Miederteil habe ich mir einen „spinatfarbenen“ grünen leichten Wollstoff aus 100% Schurwolle im Stoffe Wolz in Würzburg gekauft, dazu terrakottafarbenen Samt, mit dem ich das Bruststück vom Mieder und die Ärmel verzieren werde. Gefüttert werden die Ärmel mit goldgelber Seide. Seit kurzem nenne ich auch eine Schneiderpuppe mein Eigen, so dass ich mir leichter tue beim Nähen des Faltenrocks. Hier mal die ersten Bilder des Grundgerüsts, alles nur gesteckt. Der Rock hat jetzt schon einen Umfang von drei Metern, aber hinten fehlt noch ein Stück in der Taille von circa 25 cm, so dass der Saum unten noch in die Weite gehen wird, ich schätze so ca. fünf Meter Umfang insgesamt.

Der Rock besteht aus trapezförmigen Bahnen, die in der Taille in Falten gelegt werden. Laut Schnittmuster wird das Kleid am Brustteil verschlossen. Ich bin mir allerdings noch nicht schlüssig, ob ich das auch so handhabe, da ich ja ein anderes Brustteil einfügen werde. Eventuell bekommt das Kleid hinten eine Schnürung.

 

Winteraustreiben 2011

Hier findet ihr unsere Fotos vom Winteraustreiben am 3. April 2011 vor dem Dürer-Haus und auf dem Hauptmarkt in Nürnberg. Falls ihr die Fotos in größerer Qualität haben wollt, einfach bei mir melden!

Veranstalter des Winteraustreibens war die Schembart-Gesellschaft, die Musik und Tanz der Renaissance sowie die Geschichte Nürnbergs in dieser Zeit als Brauchtum am Leben erhält. Gäste aus Weißenburg tanzten tatkräftig mit um dem Winter ein Ende zu bereiten.

Weitere Infos: Webseite der Schembart-Gesellschaft

Fotogalerie

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