A Place for Everything Bag – Info

Katrin hatte nach mehr Infos zur Tasche gefragt. Gebe ich natürlich gerne. Die Tasche A Place for Everything ist ca. 35 x 25 x 10 cm groß. Ich habe sie mit Soft and Stable (von Annie Unrein) gefüttet. Das ist so eine Art Schaumstoff-Vlies, das sich sehr gut verarbeiten lässt. Es behält die Form bei und fällt nicht, wie oft andere Volumenvliese, in sich zusammen. Es ist ca. 4 mm dick und muss aufgenäht oder mit Sprühkleber fixiert werden. In Europa wird das Soft and Stable nur in weiß verkauft, aber es gibt es auch in schwarz. Der Vertrieb sitzt für Europa in Spanien, in Deutschland ist es zum Beispiel bei meinen drei meiner Lieblingshops, Sues Quiltshop, Rose Decoration und (neuerdings) Stoffsalat erhältlich. Dort gibt es auch die Schnittmuster und Taschenzubehör wie Mesh-/Netzstoff und Vinylstoff von byAnnie.

Um die Anleitung der Tasche, Designerin ist wie erwähnt Annie Unrein, zu verstehen, sollte man schon recht gut englische Schnittmuster verstehen können, denn es gibt nur wenige und kleine Zeichnungen. Allerdings ist die Anleitung sehr gut strukturiert und es gibt z. B. auf der letzten Seite eine Vorlage für kleine „Post it“s, die man sich kopieren, ausschneiden und auf die jeweiligen ausgeschnittenen Stoffstücke heften kann. Das habe ich noch bei keiner anderen Anleitung gesehen und finde es wirklich sehr praktisch. Bisher habe ich mit einem Stift auf die Rückseite der Stoffe die Nummern oder Verwendungszwecke (Innentasche 1, 2, 3…) geschrieben und mich dann geärgert, wenn ich über den Frixion gebügelt habe und alles nochmal neu schreiben durfte. ;-) Die kleinen Post its werden nur mit Stecknadeln angeheftet und fertig.

Insgesamt ist die Anleitung nur ca. 10 Seiten lang, erstaunlich wenig für so eine umfangreiche Tasche. Doch mehr braucht es nicht. Es gibt auch die Möglichkeit einzelne Schritte mit einem Stift abzuhaken, so gut ist sie durchdacht, und man vergisst dann wirklich nichts. Online gibt es auf der Webseite von byAnnie auch Tutorials, wie man Reißverschlüsse einnäht oder Schrägband zusammennäht. Da ich mich dem „Feind“ Reißverschluss mutig ohne Hilfe gestellt habe, habe ich mir die aber noch nicht angesehen.

Beim Nähen der Innentaschen habe ich erst einmal geschluckt. Mit Vinyl hatte ich vorher noch nie genäht, aber es ging viel besser als befürchtet. Die Brother-Füßchen sind im Grunde kein Problem gewesen, das Geld für den Teflonfuß hätte ich daher umsonst ausgegeben. Was eher Probleme machte, war das Plastikgehäuse der Nähmaschine, an der das Vinyl kleben blieb. Kurzerhand habe ich dieses mit Washi-Tape abgeklebt. So ist das Vinyl geflutscht wie auf Babyöl. ;-)

Zu den Innentaschen der Tasche ist nicht allzu viel zu sagen, die Bilder sagen mehr als Worte… Bei der Anleitung ist auch eine Vorlage dabei, wie das Vinyl für die Taschen zu falten ist, damit sie mehr Platz bieten. Man kann aber auch ganz flache Taschen nähen. Dafür sind auch die Maße angegeben. Insgesamt gibt es diverse Variationen, wie man die Taschen nähen kann. Da ich dem Vinyl dann doch nicht ganz getraut habe, habe ich kleine Schrägbandstreifen (6mm Clover Schrägbandformer) mittig aufgenäht, in der Hoffnung, dass dadurch das Vinyl dort nicht einreißt, wenn es doch stärker beansprucht wird.

Der Griff hat eine Verstärkung und war etwas aufwändig zu nähen (aber nicht schwierig). Bestimmt hätte es dafür auch einfachere Möglichkeiten gegeben, denn im Endeffekt befindet sich im Innenleben eine Klettverschlusstasche, in die zur Verstärkung ein Karton eingeschoben wird. Annie schreibt in der Anleitung, dass man auch ein 3 1/2″ x 6 1/2″ Lineal dort verstauen könnte, was ich jedoch nicht besitze. Die Innentaschen sind doppelt so hoch wie die Tasche, also ca. 35 x 50 cm, und werden in der Mitte entlang des Klettbands gefaltet. Hinten und vorne befinden sich je zwei Klettstreifen, mit denen sie miteinander und auf der Innenseite des Griffes verbunden werden. Das ist eine tolle Idee, aber ich bin etwas skeptisch, was mein Klettband betrifft. Es ist sehr steif und bricht leicht. Bin mir nicht sicher, ob das die beste Qualität ist, da es durch das viele Nähen an den Kanten ausfranst, so dass ich noch einmal mit Zickzack versäubert habe. Bin gespannt, wie lange das hält.

Auf den Innenseiten der Außentasche sind noch je eine Reißverschluss- und eine Einschubtasche jeweils mit Netzstoff. Das Schöne am Schnittmuster ist, dass keinerlei Taschen verstürzt werden müssen. Sie werden alle mit Schrägband eingefasst. Eine Anleitung, wie man Endlosschrägband macht, ist auch in der Anleitung, aber ich war faul und habe mir Meterware gekauft.

Achja, die Stoffe sind übrigens alle von Tim Holtz.

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One comment

  1. nealich says:

    Hab vielen Dank, liebe Christiane :-)
    Das klingt ja wirklich alles sehr einladend, auch wenn frau sich überlegt, was Du zur Bionic Gear Bag geschrieben hast… Ich werde mir das mal näher anschauen, so ein Köfferchen mit Platz für wirklich jedes Ding ist sehr reizvoll!
    Viel Spaß damit und danke nochmal für die vielen Infos, Katrin

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